Nachteile der Privaten Krankenversicherung (PKV)
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Natürlich ist die Private Krankenversicherung nicht jedem anzuraten, der die Erlaubnis hätte, in sie einzutreten. Finanziell übernimmt man als Privat Versicherter mehr Verantwortung, und die will gut durchgerechnet sein:
Besitzt man bereits Krankheiten oder ist entsprechend gefährdet, können die anfänglichen Beiträge unattraktiv hoch ausfallen, oder der Versicherer ist überhaupt nicht bereit, den Neukunden aufzunehmen. Wer hier nicht genau sicher ist, wie die Krankheitsbilder und Diagnosen der eigenen Geschichte lauten, der sollte sich auch nicht aus dem Fenster lehnen. Ein paar Irrtümer reichen mitunter aus, einen Vertrag mit der Kasse unwirksam zu machen. Als 'versehentlicher Betrüger' steht man dann ohne Versicherungsschutz da. Besser ist, bei offenen Fragen die Privatkasse schriftlich an den Hausarzt zu verweisen, um Auskünfte einzuholen. So umgeht man die persönliche Verantwortung für komplizierte Antworten.

Auch ein Problem: Keine kostenlose Versicherung von Familienmitgliedern! Auch, wenn einige Private Kassen günstige Tarife zur Mitversicherung von Kindern anbieten, gibt es die Leistungen in der Regel nicht gratis. Die Planung einer Krankenversicherung muss immer für die ganze Familie erfolgen. Was ist zudem, wenn bei einem Elternteil ein Einkommen wegfällt? Ist die Gesetzliche Versicherung gerade hier eine gute Grundsicherung, fällt die Verantwortung bei den Privaten auf die Kunden zurück. Kinder sind eine Investition, die gut durchgerechnet werden muss.
Wirkliche Sicherheit bieten nur finanzielle Rücklagen und/ oder zusätzliche Versicherungen von Extremfällen; schließlich ist der Wechsel zurück in die Gesetzliche Kasse in der Regel nicht möglich. Wenn das Geschäft pleite geht, Marktpreise sinken, oder chronische Krankheiten zuschlagen, ein wichtiger Nachteil. Fast immer ist es ratsam, sich parallel zur Privatversicherung auch über Absicherungen etwa zur Berufsunfähigkeit und zur Rente zu informieren. Hier rechtfertigen die etwas höheren Gesamtkosten das Mehr an Sicherheit.

Auch die laufenden Kosten müssen berechnet werden: Arztrechnungen sind unter gewissen Bedingungen vom Versicherten virzustrecken; besonders dann, wenn der noch unsicher ist, ob sich eher Prämie oder Erstattung der Behandlung lohnt. So muss ein finanzielles Polster vorhanden und sicher sein.

Zwei gravierende Mängel hat der Gesetzgeber grundsätzlich behoben:
Erstens muss die Privatkasse nun auch chronisch krank gewordenen und zahlungsschwachen Kunden einen sozial verträglicheren Basistarif anbieten, der sich von den Leistungen her nicht besonders von der gesetzlichen Kasse unterscheidet. Das heißt allerdings nicht automatisch, dass alles Wichtige geboten wird! In der Praxis zeigt sich leider Spielraum in den Leistungen, die Privatkassen in den Basiskatalog aufnehmen. Wer hier nicht im Vorfeld nachfragt, hat das Nachsehen.

Der Wechsel zwischen Privaten ist indes viel besser möglich geworden. Früher investierte man mit jeder Beitragszahlung in die Stabilität der eigenen Beiträge. Wollte man wechseln, waren diese Rücklagen praktisch verloren, so dass nach einigen Jahren kein Wechsel mehr lohnen konnte. Die Entscheidung für eine Kasse wurde umso schwerer, da sie praktisch eine Entscheidung fürs Leben war. Das ist grundsätzlich vorbei, da die Altersrücklagen nun von Kasse zu Kasse transferiert werden müssen. Man ist also nicht mehr Kunde fürs Leben bei derselben Anstalt. Aber wie reibungslos und einfach dieser Wechsel vonstatten geht, ob zudem wirklich das ganze Geld transferiert wird, das muss die Praxis noch zeigen.

Die Private Krankenkasse
Vorteile Private Krankenversicherung
Nachteile Private Krankenversicherung

 

 
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